Klimaanpassungsprojekt

Ansicht des Pflegeheim Schlößle

Titel des Vorhabens
AnpaSo FSP 1: Erstellung eines Klimaanpassungskonzeptes für das Pflegeheim Schlößle des Diakonischen Werks Augsburg e.V.

Laufzeit
1. Mai 2026 bis 30. April 2027


Förder­kenn­zeichen
67APS1976


Förder­programm
Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen (AnpaSo), Förderschwerpunkt 1: Erstellung von Klimaanpassungskonzepten


Zuwendungs­empfänger
Diakonisches Werk des Evangelisch-Lutherischen Dekanatsbezirks Augsburg e.V.


Beteiligte Partner
kübertlandschaftsarchitektur PartG mbB, Landschaftsarchitekten Stadtplaner, Herzog-Heinrich-Straße 20, 80336 München
Endres + Tiefenbacher Planungsgesellschaft mbH, Frölichstraße 13, 86150 Augsburg


Zuwendungs­geber
Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN)


Projekt­trägerin
Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH

Projekt auf einen Blick

Warum wir das tun

Die Sonnenseite hat zwei Seiten.
Unsere Bewohnerzimmer liegen nach Süden. Das ist einer der schönsten Züge unseres Hauses: Die Zimmer sind hell, man sieht ins Grüne, viele Bewohnerinnen und Bewohner verbringen den Tag am Fenster. An trüben Novembertagen ist das viel wert.

Im Sommer kehrt sich das um. Die großen, teils geneigten Glasflächen lassen genau dann besonders viel Sonne herein, wenn niemand sie braucht. Die vorhandenen Markisen mildern das ab, aber sie reichen nicht – gegen Sonne, die fast senkrecht auf Glas trifft, kommt eine Markise kaum an. Und was sich tagsüber im Gebäude aufheizt, kühlt in Tropennächten nicht mehr ab.

Uns fehlen die Bäume.
Im Schlossgarten standen über hundert Jahre alte Bäume. Sie haben nicht nur den Garten beschattet, sondern über Verdunstung ein spürbar angenehmes Mikroklima geschaffen, das bis in die Zimmer reichte. Wer damals hier gearbeitet hat, erinnert sich genau daran.

Der Orkan 2018 hat sie entwurzelt. Seitdem liegt die Wiese vor der Südfassade in der vollen Sonne, und das Haus hat seinen natürlichen Schutzschirm verloren. Damit adressiert unser Projekt neben Hitze und Starkregen ausdrücklich auch Sturm: Alles, was wir neu pflanzen, muss den Stürmen der kommenden Jahrzehnte standhalten.

Und der Sommer 2026 hat die Dringlichkeit unterstrichen.
Bayern erlebte einen der heißesten Sommer seit Messbeginn, mit einer beispiellosen Hitzewelle Ende Juni. Solche Sommer werden nicht die Ausnahme bleiben. Wir wollen vorbereitet sein, bevor der nächste kommt.

Was wir erreichen wollen

  • Bewohnerinnen und Bewohner sind in Hitzeperioden gesundheitlich geschützt – auch in den Zimmern auf der Südseite.
  • Der Schlossgarten wird wieder zu einem Ort, an dem man sich im Sommer gern aufhält.
  • Mitarbeitende werden entlastet und wissen im Hitzefall genau, was zu tun ist.
  • Das Haus hat einen langfristigen, finanziell hinterlegten Klimaanpassungsplan.
  • Andere soziale Einrichtungen können unsere Ergebnisse für sich nutzen.

Wie wir vorgehen

Hinschauen. Wir verschaffen uns ein genaues Bild davon, wo Hitze, Starkregen und Sturm unser Haus und unseren Garten treffen – und wen es besonders betrifft.

Maßnahmen entwickeln. Daraus leiten wir passende Maßnahmen ab und bringen sie in eine sinnvolle Reihenfolge. Die Menschen im Haus reden dabei mit.

Nachhaltigkeit prüfen. Bei jeder Maßnahme fragen wir, ob eine naturbasierte Lösung sie ersetzen oder ergänzen kann.

Umsetzung vorbereiten. Am Ende steht ein Fahrplan mit Zeitplan und Kostenschätzung – die Grundlage für alles, was danach kommt.

Dazu kommen Maßnahmen, die ohne Bagger auskommen: klare Abläufe für Hitzetage und die Anbindung unseres Hauses an amtliche Warnsysteme.

Wie wir im Einzelnen vorgehen, entwickeln wir gemeinsam mit den beauftragten Fachbüros.

Warum wir zuerst auf die Natur setzen

Wir haben am eigenen Haus erlebt, was alte Bäume leisten – und was passiert, wenn sie fehlen. Das prägt unsere Reihenfolge.

„Graue“ Maßnahmen – bauliche und technische Lösungen – planen wir dort ein, wo Pflanzen den Schutz nicht sicherstellen können. Der wichtigste Grund dafür ist bei uns die Zeit: Ein neu gepflanzter Baum wirft in fünf Jahren noch keinen Schatten für ein ganzes Zimmer. Bis er das tut, brauchen unsere Bewohnerinnen und Bewohner trotzdem Schutz. Deshalb kombinieren wir oft beides. Wie wir im Einzelfall abwägen, zeigen wir in der Maßnahmenwerkstatt.